{"id":11955,"date":"2019-08-22T20:40:34","date_gmt":"2019-08-22T20:40:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/?page_id=11955"},"modified":"2019-08-24T10:24:02","modified_gmt":"2019-08-24T10:24:02","slug":"gesundheit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/gesundheit\/","title":{"rendered":"Gesundheit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;margin-bottom: 0px;margin-top: 0px;border-width: 0px 0px 0px 0px;border-color:#eae9e9;border-style:solid;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:20px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\" style=\"background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><\/p>\n<p>Automatischer implantierbarer Defibrillator (AICD)<\/p>\n<p>Der Defi ist ein Ger\u00e4t, das abnormal schnelle Herzrhythmen erkennt und beendet. Durch die Abgabe eines elektrischen Impulses mit hoher Energie wird der normale Herzrhythmus wiederhergestellt. Der Defi besteht normalerweise aus einem 80 Gramm schweren schrittmacher\u00e4hnlichen Aggregat und einer oder mehrerer Elektroden.<\/p>\n<p>Indikation &#8211; wann wird ein Defi implantiert<\/p>\n<p>Folgende Patienten sollten einen Defi implantiert bekommen:<\/p>\n<p>Patienten mit mindestens einer Episode von ventrikul\u00e4rer Tachykardie oder Kammerflimmern.<\/p>\n<p>Patienten mit Herzstillstand, bei dem der Patient durch den gef\u00e4hrlichen Herzrhythmus das Bewusstsein verloren hat.<\/p>\n<p>Patienten mit schnellen Herzrhythmen, die immer wieder auftreten und zum Tode f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Patienten mit einer Tachyarrhythmie, die medikament\u00f6s nicht kontrolliert werden kann.<\/p>\n<p>Patienten mit schweren Nebenwirkungen bei medikament\u00f6ser Therapie.<\/p>\n<p>Patienten mit schnellem Herzrhythmus, der durch einen chirurgischen Eingriff nicht behoben werden kann.<\/p>\n<p>Der normale Herzrhythmus versus Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/p>\n<p>Das Herz pumpt mit jedem Schlag sauerstoffreiches Blut durch den K\u00f6rper. Das Herz schl\u00e4gt, weil es elektrische Impulse erzeugt. Diese Impulse wandern durch den Herzmuskel und stimulieren ihn so, dass er sich zusammenzieht. Normalerweise kommen diese Impulse aus einem kleinen Areal des Herzens, der Sinusknoten genannt wird. Der Sinusknoten befindet sich an der Einm\u00fcndung der oberen Hohlvene im rechten Vorhof. Wenn der Sinusknoten Signale an die Vorh\u00f6fe abgibt, ziehen diese sich gleichzeitig zusammen. Dies f\u00fchrt dazu, dass die Herzkammern mit Blut gef\u00fcllt werden. Der Impuls wandert dann weiter zu den Herzkammern und bewirkt, dass diese sich ebenfalls zusammenziehen. Alle beschriebenen Schritte erzeugen im Zusammenspiel schlie\u00dflich einen Herzschlag. Nach einer kurzen Pause beginnt dieser Zyklus von Neuem. Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im elektrischen System des Herzens f\u00fchren zu einem abnormalen, unregelm\u00e4\u00dfigen Herzschlag, der Arrhythmie genannt wird. Arrhythmien k\u00f6nnen ihrerseits dazu f\u00fchren, dass das Herz nicht genug Blut durch den K\u00f6rper pumpen kann. Mit einem AICD k\u00f6nnen die sogenannten ventrikul\u00e4ren Tachykardien sowie das Kammerflimmern beendet werden.<\/p>\n<p>Ventrikul\u00e4re Tachykardie<\/p>\n<p>Wenn die elektrischen Signale des Herzens anstatt vom Sinusknoten von einem Bereich in einer Herzkammer kommen, wird diese Form der Arrhythmie ventrikul\u00e4re Tachykardie (VT) genannt. Die elektrischen Signale laufen nicht mehr auf dem normalen Weg durch das Herz, wodurch es sich nicht mehr auf die normale Art und Weise zusammenziehen kann. Durch die abnorme Aktivit\u00e4t in der Herzkammer kann es sein, dass das Herz immer schneller schl\u00e4gt und immer weniger Blut durch den Kreislauf gepumpt wird. Es ist nicht gen\u00fcgend Zeit vorhanden, damit sich das Herz zwischen den Schl\u00e4gen wieder mit Blut f\u00fcllen kann. Wenn dieser schnelle Herzschlag anh\u00e4lt, kann es sein, dass das Gehirn und der K\u00f6rper nicht mehr genug Blut und Sauerstoff erhalten. Eine mangelnde Durchblutung des Gehirns f\u00fchrt zu Bewusstseinsst\u00f6rungen, vor\u00fcbergehenden Sehst\u00f6rungen und Schwindelgef\u00fchlen. Im schlimmsten Fall tritt eine Bewusstlosigkeit ein. Diese abnormal schnellen Herzrhythmen k\u00f6nnen manchmal mit Medikamenten behandelt oder sogar verhindert werden. Kommt es jedoch zu schweren Nebenwirkungen bei medikament\u00f6ser Therapie, k\u00f6nnen elektronische Ger\u00e4te zur Behandlung eingesetzt werden. Elektrische Impulse, die an das Herz abgegeben werden, k\u00f6nnen den Herzschlag auf einen normalen Rhythmus normalisieren und der Sinusknoten kann wieder die Kontrolle \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Kammerflimmern<\/p>\n<p>Eine weitere Art der Arrhythmie ist das Kammerflimmern. Es handelt sich um eine unkoordinierte Herzmuskelt\u00e4tigkeit mit Flimmerwellen im EKG. Die Herzfrequenz liegt dabei \u00fcber 300 Schl\u00e4ge\/Min. Das Kammerflimmern entsteht durch mehrfache unkoordinierte elektrische Signale, die von mehreren Bereichen der Herzkammern ausgehen. Das Herz schl\u00e4gt so schnell, dass es \u00fcberhaupt kein Blut mehr durch den Kreislauf pumpen kann. Bei Eintritt des Kammerflimmerns wird der Patient sofort bewusstlos und braucht sofortige \u00e4rztliche Hilfe, um zu \u00fcberleben. Kammerflimmern oder extrem schnelle und unregelm\u00e4\u00dfige ventrikul\u00e4re Arrhythmien k\u00f6nnen mit einem Defibrillator behandelt werden. Dieser erzeugt einen elektrischen Schock, der die abnormalen Signale beendet und erm\u00f6glicht es dem Sinusknoten, das Herz wieder mit einem normalen Rhythmus schlagen zu lassen. Wenn das Kammerflimmern oder eine ventrikul\u00e4re Tachykardie ohne Behandlung andauern, kann das Herz den K\u00f6rper und vor allem das Gehirn nicht ausreichend mit sauerstoffges\u00e4ttigtem Blut versorgen. Nach etwa 5 Minuten andauerndem Kammerflimmern kommt es zu einem irreversiblen Absterben des Gewebes des Gehirns und damit zu einer geistigen Behinderung und schliesslich Tod.<\/p>\n<p>Der automatische implantierbare Defibrillator (AICD)<\/p>\n<p>Der AICD ist wie ein kleiner Computer, der mit einer Batterie betrieben wird. Er kann die elektrischen Funktionen des Herzens \u00fcberwachen und das Aggregat anweisen, elektrische Energie abzugeben, wenn eine Arrhythmie, eine Tachykardie festgestellt wird. Der Speicher im AICD enth\u00e4lt Informationen, wie sich das Herz vor, w\u00e4hrend und nach der Episode verh\u00e4lt, w\u00e4hrend das Aggregat eine Arrhythmie entdeckt hat. Einige AICDs speichern eine Abbildung oder ein Elektrogramm der Arrhythmie und der Therapie, die das Aggregat verwendet hat, um die Arrhythmie zu behandeln. Dies erm\u00f6glicht es dem Arzt, die Herzrhythmusst\u00f6rungen besser zu bewerten. Au\u00dferdem kann der Arzt im nachhinein feststellen, ob die programmierte Behandlungsweise erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Das Elektrodensystem<\/p>\n<p>Die Elektroden sind isolierte Dr\u00e4hte, die das Herzsignal an den AICD leiten. Au\u00dferdem leiten sie die Energie vom AICD an das Herz. Die Elektroden, die im Herz platziert werden, hei\u00dfen endokardiale oder transven\u00f6se Elektroden und gelangen durch eine Vene im oberen Brustbereich in das Herz.<\/p>\n<p>Das Programmierger\u00e4t des Arztes<\/p>\n<p>Das Programmierger\u00e4t kommuniziert mit dem AICD-System mittels Funkfrequenzsignalen. Der Arzt verwendet das Programmierger\u00e4t am Anfang, um den AICD zu programmieren und zu testen, nachdem es implantiert wurde, und kurz bevor man aus dem Krankenhaus entlassen wird. W\u00e4hrend der routinem\u00e4\u00dfigen Kontrolltermine und Nachsorge fragt das Programmierger\u00e4t die seit dem letzten Besuch im AICD gespeicherten Daten ab und passt die Einstellungen des Ger\u00e4tes an.<\/p>\n<p>Die Funktion des AICD-Systems<\/p>\n<p>Wenn das AICD-System feststellt, dass ein Rhythmus schneller, langsamer oder verschieden vom normalen Rhythmus ist, \u00fcberpr\u00fcft er, ob der Rhythmus behandelt werden sollte. Auf der Basis der vom Arzt programmierten Werte gibt das Aggregat im Bedarfsfall seine Therapie ab, die zwischen wenigen Sekunden und ein paar Minuten dauern kann. Die Dauer h\u00e4ngt von der Art des entdeckten Rhythmus ab, und wie dieser im Vergleich mit den programmierten Einstellungen aussieht. Es gibt verschiedene Therapieformen:<\/p>\n<p>Antitachykardie-Stimulation: Wenn die Arrhythmie regelm\u00e4\u00dfig, aber schnell ist, kann das AICD-System eine Reihe kleiner, schneller elektrischer Stimulationsimpulse abgeben. Sie werden verwendet, um die Arrhythmie zu unterbrechen und um das Herz in den normalen Rhythmus zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Defibrillation: Bei Arrhythmien, die sehr schnell und unregelm\u00e4\u00dfig sind, k\u00f6nnen Hochenergieschocks verwendet werden, um die Arrhythmie zu beenden, und um das Herz in den normalen Rhythmus zur\u00fcckkehren zu lassen.<\/p>\n<p>Kardioversion: Wenn die Arrhythmie regelm\u00e4\u00dfig, aber sehr schnell ist, kann das AICD-System einen st\u00e4rkeren elektrischen Impuls oder Schock abgeben, der mit der Herzfrequenz synchronisiert wird. Dies kann die Arrhythmie beenden und das Herz in den normalen Rhythmus zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bradykardie: Wenn das Herz nach der Behandlung zu langsam schl\u00e4gt, kann das AICD-System das Herz mit Normalfrequenz stimulieren.<\/p>\n<p>Somit kann im Unterschied zu einem normalen Herzschrittmacher, der nur dazu gedacht ist, Patienten mit langsamen Herzfrequenzen zu stimulieren, das AICD-System sowohl langsame als auch schnelle Arrhythmien behandeln.<\/p>\n<p>Die AICD-Therapie-Abgabe<\/p>\n<p>Das AICD-System beobachtet das Herz st\u00e4ndig und wartet darauf, ob eine Arrhythmie auftritt. Wenn eine Arrhythmie entdeckt wird, bestimmt der AICD automatisch, welche Art Therapie notwendig ist und sorgt f\u00fcr die entsprechende Therapieabgabe. Je nachdem, welcher Rhythmus vom Aggregat festgestellt wird, wird eine Antitachykardiestimulation, Kardioversion, Defibrillation oder antibradykarde Behandlung verwendet. Patienten mit abnormalen Herzrhythmen k\u00f6nnen w\u00e4hrend ihrer Arrhythmie ungew\u00f6hnliche Gef\u00fchle und Wahrnehmungen erleben. Nicht jeder sp\u00fcrt eine Arrhythmie. Der AICD gibt auf der Basis dessen, was er wahrnimmt, die Therapie ab, auch wenn der Patient keine Symptome f\u00fchlen sollte. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Patient w\u00e4hrend der Behandlung etwas sp\u00fcrt. Diese Wahrnehmungen sind auf verschiedene Weise beschrieben worden: 1. Defibrillation: Viele Patienten werden kurz nach Beginn einer ventrikul\u00e4ren Tachykardie oder eines Kammerflimmerns bewusstlos. Daher f\u00fchlen diese Patienten die vom AICD abgegebenen Hochenergieschocks nicht. Diejenigen Patienten, die bei Bewusstsein sind, beschreiben den Schock wie einen Tritt vor die Brust, der sehr schmerzhaft sein kann. W\u00e4hrend vielen Defitr\u00e4gern der Schock ein Gef\u00fchl der Sicherheit gibt, sind andere nach der Schockabgabe sehr ver\u00e4ngstigt. 2. Kardioversion: Diese Schocks mit niedrigerer Energie sind st\u00e4rker als Stimulationsimpulse aber weniger stark als Hochenergieschocks. Viele Defitr\u00e4ger sagen, dass die Kardioversion ein wenig unangenehm ist und sich wie ein Sto\u00df auf die Brust anf\u00fchlt. 3. Antitachykardie-Stimulation: Die meisten Defitr\u00e4ger nehmen die Stimulationstherapie nicht wahr. Die Rhythmusst\u00f6rung kann sich aber durch Symptome wie Schwindel zeigen. 4. Bradykardie-Stimulation: Diese Stimulationsimpulse haben eine sehr geringe Energie, und Defitr\u00e4ger f\u00fchlen sie normalerweise nicht.<\/p>\n<p>Die Implantation des AICD-Systems<\/p>\n<p>Hierbei handelt es sich um einen Routineeingriff, der in den meisten F\u00e4llen etwa eine Stunde lang dauert. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgef\u00fchrt. Der Defi wird unter dem Brustmuskel platziert. Die Elektrode wird bei Rechtsh\u00e4ndern normalerweise \u00fcber die linke Schl\u00fcsselbeinvene in das Herz eingef\u00fchrt. Die Spitze der Elektrode liegt direkt an der inneren Herzwand an. Einige Patienten ben\u00f6tigen eine oder zwei zus\u00e4tzliche Elektroden. Nachdem diese platziert wurden, werden sie getestet, um sicherzustellen, dass Herzsignale deutlich wahrgenommen werden. Die Elektroden werden dann fixiert und an das AICD-Aggregat angeschlossen. Kurz vor Ende der Operation wird das AICD-System getestet, um sicherzustellen, dass es richtig funktioniert. W\u00e4hrend dieses Tests l\u00f6st der Arzt eine Arrhythmie im Herzen aus und erm\u00f6glicht es dem Aggregat, den Rhythmus zu erkennen und das programmierte Behandlungsschema abzugeben. Bevor der Patient das Krankenhaus verl\u00e4sst, wird der Defi eventuell noch einmal getestet.<\/p>\n<p>Das t\u00e4gliche Leben mit dem Defi<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie ein Herzschrittmacher wird der Defi alle drei Monate per elektronischer Abfrage schmerzfrei kontrolliert und gegebenenfalls neu eingestellt. Die Batterie hat, je nach St\u00e4rke und H\u00e4ufigkeit der abgegebenen Impulse, eine Lebensdauer von drei bis sechs Jahren. Die Ersch\u00f6pfung der Batterien wird so fr\u00fch angezeigt, dass der Austausch rechtzeitig geplant werden kann.<\/p>\n<p>Vielen Defitr\u00e4gern ist die Vorstellung, ein implantiertes Ger\u00e4t zu tragen, das elektrische Impulse abgibt, zun\u00e4chst unangenehm. Eingehende Gespr\u00e4che und umfassende Aufkl\u00e4rung durch den behandelnden Arzt und\/oder Psychotherapeuten k\u00f6nnen diese Bedenken ausr\u00e4umen. Schlie\u00dflich ist der Defi vielfach die einzige M\u00f6glichkeit den Patienten vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusst\u00f6rungen und dem Pl\u00f6tzlichen Herztod zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Defi-Tr\u00e4ger k\u00f6nnen in der Regel schon bald nach der Implantation wieder vielen Berufen und Hobbies nachgehen sowie abh\u00e4ngig von ihrer Herzerkrankung viele Sportarten betreiben. Da der Patient zu jedem Zeitpunkt damit rechnen muss, bewusstlos zu werden, kann es beim Autofahren und F\u00fchren von Maschinen Einschr\u00e4nkungen geben. Handys sollten mindestens 15 cm entfernt vom Defibrillator gehalten werden, Gurte mit schweren Taschen sollten nicht direkt \u00fcber dem Defi getragen werden, um die Elektroden nicht zu besch\u00e4digen. Weitere Empfehlungen werden von den Defiherstellern direkt gegeben und sind teilweise vom Ger\u00e4t abh\u00e4ngig. Eine exzellente Zusammenfassung gibt es bei Medtronic &#8211; allerdings in englischer Sprache.<\/p>\n<\/p>\n<p>Laut OPTIC Studie sind bei 24 &#8211; 87 % \u00c4ngste und Depressionen bei Patienten mit einem Defi abh\u00e4ngig vom Zeitpunkt der Implantation zu beobachten. Aus Studien von Dr. Jeffrey J. Goldberger, Northwestern University Chicago, an 500 ICD-Patienten setzen sich nach 30 Tagen noch 69 % und nach 2 Jahren noch 14% der Patienten t\u00e4glich mit ihrem ICD angstvoll auseinander1. Das Angstproblem verschlimmert sich bei Patienten mit h\u00e4ufiger auftretenden Schocks. Mit einer Kombination von Beta-Blocker und Amiodaron l\u00e4sst sich aber im Vergleich zum Placebo die Wahrscheinlichkeit von Schocks um 73 % und damit die Angst senken.<\/p>\n<p>Normalerweise hat Angst eine Schutzfunktion. Wenn aber \u00c4ngste vor Situationen oder Dingen einstellen, die objektiv nicht mehr nachvollziehbar sind, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden. Viele Defi-Patienten sind regel- und unregelm\u00e4\u00dfig in psychotherapeutischer Betreuung. Es empfiehlt sich Psychotherapeuten aufzusuchen, die Erfahrung mit Defis haben, weil diese sich schneller in die Situation des Defi-Tr\u00e4gers einf\u00fchlen k\u00f6nnen. Am besten holt man sich hierzu Rat in einer Defi-Selbsthilfegruppe.<\/p>\n<p>Angst kann sich unterschiedlich \u00e4u\u00dfern. Sie kann direkt als unangenehmes Gef\u00fchl vorliegen, wenn eine konkrete Situation bevorsteht. Oft reicht es auch schon an eine bestimmte Situation zu denken. So kann schon der Gedanke an einen Schock zu Angst f\u00fchren. Angst kann sich auch anfallsartig zeigen. Hierbei kommt es zu Empfindungen wie Schwindel, Schwitzen, Herzklopfen und Atemnot. Ein Angstanfall kann sich auch ereignen, ohne dass in der Situation ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr Angst zu erkennen ist. In manchen F\u00e4llen ist eine solche Angst auch von der Bef\u00fcrchtung begleitet, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Schlie\u00dflich kann Angst sich auch darin zeigen, dass bestimmte Situationen oder Handlungen vermieden werden.<\/p>\n<p>Eine \u00fcbersteigerte Angst f\u00fchrt zu einer deutlichen Einengung des Handlungsspielraumes und damit der Lebensqualit\u00e4t. In solchen F\u00e4llen ist es nicht sinnvoll Angst ausl\u00f6sende Situationen zu vermeiden. Hinter dem Vermeidungsverhalten steht h\u00e4ufig ein unbewusster Lernprozess. So wird ein erlebter Schock im Gehirn mit der Situation verbunden, in dem er stattgefunden hat, also z.B. der Ort des Geschehens. Das t\u00fcckische ist nun, dass sich das Vermeidungsverhalten auf lange Sicht selbst verst\u00e4rkt. Das Vermeiden einer Angst ausl\u00f6senden Situation f\u00fchrt kurzfristig zu einem Gef\u00fchl der Erleichterung, als ob man einer gef\u00e4hrlichen Situation gerade noch entkommen w\u00e4re. Das Vermeiden von Situationen, die Angst ausl\u00f6sen, stabilisiert sich so und bleibt erhalten, wenn nicht aktiv eingegriffen wird.<\/p>\n<p>Besonders dramatisch ist die Traumatisierung (psychologisch: Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung). Diese kann entstehen, wenn ein Ereignis stattfindet, welches subjektiv als absolut lebensbedrohlich und unkontrollierbar mit gro\u00dfer Hilflosigkeit empfunden wird (z.B. zahlreiche Schocks hintereinander). Dieses Erlebnis der subjektiven \u00dcberw\u00e4ltigung f\u00fchrt zu einer extremen \u00dcberwachsamkeit, die selbst dann entsteht, wenn irgend etwas auftaucht, dass nur entfernt an das urspr\u00fcngliche Trauma erinnert. Im Gehirn kommt es nachweislich zu einer Ver\u00e4nderung der limbischen Schaltungen und des Stoffwechsels in einem Bereich, der Mandelkern genannt wird. Als Ergebnis wird der neurale Soll-Wert f\u00fcr Alarm so herabgesetzt, dass auf normale Lebensvorg\u00e4nge wie bei Krisenf\u00e4llen reagiert wird. Dies f\u00fchrt zu Symptomen wie starker Angst und \u00dcbererregbarkeit mit Panik, Schwei\u00dfausbr\u00fcchen und Sch\u00fcttelfrost. Es kann sogar zur Gef\u00fchlstaubheit und zur Unf\u00e4higkeit, sich an das Erlebte erinnern zu k\u00f6nnen, kommen.<\/p>\n<p>Was kann gegen die Angst getan werden?<\/p>\n<p>Mit Entspannungsmethoden (z.B. Autogenes Training, Imagination) kann Entspannung bewusst eingesetzt werden. Durch regelm\u00e4\u00dfiges \u00dcben, kann der Angst vorgebeugt werden. Auch bei Angstanf\u00e4llen ist Entspannung ein Mittel zur Angstreduktion. Da der K\u00f6rper nicht lange in der Anspannung verharren kann, klingt ein Angstanfall ganz von alleine wieder ab. Mit einer bewussten Entspannung kann der Prozess aber beschleunigt werden. Weiterhin kann eine bewusste K\u00f6rperbeobachtung helfen, rechtzeitig erste Angstsymptome zu erkennen, gegen die man noch relativ einfach ankommt.<\/p>\n<p>Ein offenes Gespr\u00e4ch mit dem Partner oder mit guten Freunden kann bei der Bew\u00e4ltigung der Angst sehr hilfreich sein. Oft sind gerade die unausgesprochenen \u00c4ngste die gr\u00f6\u00dften Belastungen.<\/p>\n<p>Eine effektive Methode, um Angst zu bew\u00e4ltigen, beruhen auf der Ver\u00e4nderung der Gedanken, die sich auf Angst beziehen. Dies kann in der Regel nur mit der Hilfe eines Psychotherapeuten gelingen.<\/p>\n<p>So kann eine Heilung der Traumatisierung nur dann erzielt werden, wenn die traumatische Erinnerung in einem Kontext von geringer Angst wiederholt wird (Desensibilisierung) und durch einen anderen besseren Ausgang ersetzt wird. Dadurch kann die F\u00e4higkeit erworben werden, das Trauma bis auf einen gewissen Grad loszulassen. Hierzu kann eine Methode, die EMDR genannt wird, au\u00dferordentlich hilfreich sein. Diese ist mittlerweile auch wissenschaftlich anerkannt. Therapeuten ben\u00f6tigen zur Aus\u00fcbung aber eine spezielle Ausbildung.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich k\u00f6nnen Medikamente den Angst l\u00f6senden Prozess unterst\u00fctzen. Leider eignen diese sich nicht immer bei Herzpatienten, da diese h\u00e4ufig Rhythmusst\u00f6rungen ausl\u00f6sen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Arztempfehlung<\/p>\n<p>Prof. Jordan, Psychokardiologie, Ludwigstr.41, 61231 Bad Nauheim, 06032-9995450 &#8211; u.a. werden auch Einf\u00fchrungen f\u00fcr Defitr\u00e4ger und Angeh\u00f6rige angeboten.<\/p>\n<\/p>\n<p>Literaturempfehlungen<\/p>\n<p>Borwin Bandelow Das Angstbuch<\/p>\n<p>Herz Heute 3\/2007 K.-H. Ladwig, &#8222;Psychische Probleme bei koronarer Herzkrankheit&#8220;, Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main<\/p>\n<p>&#8222;Seele kr\u00e4nkt Herz: K\u00f6rperliche oder psychische Krankheit?&#8220;, Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main<\/p>\n<\/p>\n<p>Zitierte Literatur<\/p>\n<p>1) Farkas HS, Binter R, Schmittdiel J, Kruse J, Kadish AH, Goldberger JJ. Psychological adjustment and post-implant attenuation of ICD preoccupation. J Am Coll Cardiol. 2005;45:110A. Abstract 1107-251.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-11955","page","type-page","status-publish","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11955","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11955"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12118,"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11955\/revisions\/12118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ossenkamp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}